Nordrhein-Westfalen Nationalpark Eifel auf dem Weg zum Urwald
Mehr Besucher, seltene Arten und Fortschritte auf dem Weg zum Urwald: Der Nationalpark Eifel zieht eine positive Bilanz für 2025.
Der Pseudoskorpion ist ein lustiger Gesell: Er fliegt per Anhalter durch den Eifelwald. Der Dendrochernes Cyrneus braucht zum Überleben und Vermehren frisches Totholz. Er ist so klein, dass er sich an die Beine von anderen Insekten heften kann - und einfach mitfliegt. So beschreibt es heute die Projektleiterin im Nationalpark Eifel bei Jahres-Bilanz 2025 in Gemünd. Das Forscherteam fand noch weitere seltene Arten wie das Weiße Ordensband.
Das ist ein klarer Anhalt dafür, dass wir auf einem guten Weg sind.
Michael Lammertz, Leiter des Nationalpark Eifel
Diese Tiere könnten nur in Altwäldern leben mit viel Totholz. Damit komme man dem Ziel immer näher, so Lammertz. In 7 Jahren ist der Nationalpark Eifel 30 Jahre alt - dann sollen auf Dreiviertel der Flächen Altwald entstanden sein.
Michael Lammertz - Leiter des Nationalparks - blickt zufrieden auf die Besucherzahlen 2025.
1 Million Buchen gepflanzt
Die größten Flächen im Nationalpark Eifel werden sich selbst überlassen. Hier darf Natur einfach Natur sein. Doch auf 20 Prozent der Flächen darf der Mensch eingreifen. Hier hat der Nationalpark seit der Gründung 1 Million Buchen angepflanzt - aus heimischem Saatgut. Die Bucheckern stammen aus dem Nationalpark Eifel. Auch der Bergahorn wird angepflanzt - und soll Stück für Stück die Fichten ersetzen.
Seit der Gründung wurden 1 Millionen Buchen aus heimischem Saatgut im Nationalpark Eifel gepflanzt.
Besucherzahlen 2025 auf Rekord-Hoch trotz Sommerhitze
Zufrieden blickt die Nationalpark Leitung auch auf die Besucherzahlen - sie sind erneut auf Rekord-Hoch. Das liegt nicht nur an den steigenden Energiepreisen - die Menschen dazu bringen, Ausflüge in die Eifel statt nach Übersee zu machen. Im Nationalpark gibt es ein ständig wachsendes Angebot von Wanderwegen, Kajak-Exkursionen und viele weitere Möglichkeiten, die Wildnis zu entdecken. Dabei Besucherinnen und Besucher seltene Tierarten und Pflanzenarten beobachten, die sonst in NRW kaum zu finden sind.
Den kleinen Pseudo-Skorpion Dendrochernes Cyrneus wird man mit bloßem Auge allerdings nicht beim Fliegen beobachten können. Denn er ist nur 2 Millimeter groß und lebt die meiste Zeit seines Lebens unter Baumrinden im Totholz.
Unsere Quellen:
- Nationalpark Eifel
- Gespräche der WDR-Reporterin Stefanie Rhein mit Michael Lammertz
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit aus Aachen, 17.07.2026, 19:30 Uhr